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Der Tell Fecheriye befindet sich am Stadtrand von Ras al-Ain im Nordosten Syriens, unmittelbar an der Grenze zur Türkei; der Ruinenhügel ist ca. 80ha groß.

  
Tell Fecheriye

Syrien, seit 2001

Die im Osten des Tells gelegene Oberstadt weist eine Besiedlungsabfolge auf, die vom frühen 2. Jt. v.Chr. bis in frühislamische Zeit reicht. Die ausgedehnte Unterstadt wird - soweit heute bekannt - erst in spätrömischer Zeit dicht besiedelt und bleibt bis in das 10./11. Jh. n.Chr. bewohnt.

Erste Grabungen wurden durch ein Team der Universität Chicago im Jahr 1940 durchgeführt; weitere Forschungen einer deutschen Expedition fanden 1955/56 statt. Im Herbst 2001 führte ein syrisch/deutsches Team eine erste Kampagne neuer Grabungen auf dem Tell Fecheriye durch. Grabungsleiter sind Prof. Dr. Gunnar Brands (Universität Halle-Wittenberg) und Abd al-Masih Bagdo (Syrische Antikenverwaltung, Hassaka); die lokale Grabungsleitung lag auf deutscher Seite in den Händen von Dr. Alexander Pruß (Universität Frankfurt/Main). Die Finanzierung wurde unter anderem durch von der DOG vermittelte private Spenden ermöglicht.

Im Norden der Oberstadt (Bereich A) befindet sich eine bereits von dem amerikanischen Team untersuchte Residenzanlage aus neuassyrischer Zeit (9.-7. Jh. v.Chr.). Die Baugeschichte dieses Gebäudes wurde im Jahr 2001 genauer untersucht. Wahrscheinlich ist die Residenz viel größer als ursprünglich angenommen, da alleine die Ost-West-Ausdehnung weit mehr als 100m zu betragen scheint. Vermutlich handelt es sich um einen assyrischen Provinzpalast. Im Westen der Oberstadt (Bereich B) können mit vergleichsweise geringem Aufwand ältere Schichten erreicht werden: Hier wurde ein Wohnviertel aus dem 13. Jh v.Chr. untersucht. Im Bereich C, im Norden der Unterstadt, konnte ein Gebäude aus byzantinischer Zeit untersucht werden, das in islamischer Zeit wiederbenutzt wurde.

Die bisherigen Untersuchungen belegen eine hervorgehobene Bedeutung des Ortes in neuassyrischer Zeit und in der Spätantike. Besonders interessant ist allerdings die Möglichkeit, dass der Tell Fecheriye mit der Stadt Waschukanni zu identifizieren ist, die im 15. und 14. Jh. v.Chr. Residenzstadt der Mitanni-Könige war. Einen Beweis für diese seit langem geäußerte Vermutung konnten allerdings auch die neuen Grabungen bisher nicht liefern.

Vorläufige Ergebnisse der Ausgrabungen sind in den folgenden Mitteilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft zu finden:

 Außerdem:

www.fecheriye.de

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