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Luftbild von Hatra. Ansicht des städtischen Zentrums.

Die über 80 m lange Fassade des «Palastes» - nach heutiger Auffassung des Hauptheiligtums von Hatra - wurde von der irakischen Altertümerverwaltung ausgegraben und restauriert.  
Hatra: Feldarchäologie im Schnelldurchlauf

Irak, 1907-1911

Was schließlich als Ergebnis vorgelegt werden konnte, war folgendes. Hatra war eine nahezu kreisförmige Stadtanlage mit einem Durchmesser von etwa 2 km, umgeben von einer Verteidigungsanlage aus Erdwall und Mauer mit bis zu 160 Türmen und weiteren, speziellen Verteidigungseinrichtungen (Bastionen, Graben). Vorgelagert befand sich ein weiterer Befestigungsring, der aber aus der Zeit der sasanidischen Belagerung stammte. Insgesamt vier Tore, im wesentlichen nach den Himmelsrichtungen gelegen, boten Einlaß in die Stadt und führten ihrerseits zu den Hauptstraßen, die sich in Richtung der zentralen Anlage fortsetzten. Rechts und links davon und ebenfalls von kleineren Verkehrswegen durchzogen, befanden sich die Wohngebiete der Hatrener.

Als Zentrum der gesamten Stadtanlage diente ein weites ummauertes Areal von 437 m Länge und 322 m Breite, ausgerichtet etwa in Ost-West-Richtung, in dem sich die wichtigsten Bauwerke des Ortes konzentrierten, und das in zwei ungleich große Teile untergliedert war. Im Osten, nahezu quadratisch, lag ein gewaltiger, einst gepflasterter Hof, der durch drei Tore - davon das östliche in prunkvoller Ausführung - zugänglich war. Im Westen und Südwesten wurde er durch größere Gebäude und eine Pfeilerreihe begrenzt. Hieran schloß sich in westlicher Richtung eine weitere Hofanlage an, in deren Zentrum sich ein großartiges Bauensemble erhoben haben mußte, von dem noch eindrucksvolle Ruinenreste erhalten waren.

Hinter einer Fassade von 115 m Länge, die sich nach Osten öffnete, befanden sich mehrere überwölbte Säle von bis zu ca. 450 m2 Größe. Diese Säle hatten eine offene Ostseite, wie man es schon am Partherpalast in Assur festgestellt hatte. Diese Raumform war zunächst unter den Parthern im iranischen Raum entstanden und erlebte ihre höchste Blüte unter den Sasaniden; sie findet sich noch als Raumzitat in der späteren islamischen Baukunst Persiens (Moscheen, Medresen). Bei diesen als Iwan bzw. Liwan bezeichneten Bauteilen handelt es sich um groß dimensionierte Empfangs- und Repräsentationsräume. In aller Regel waren die durch Archivolten nach oben abgegrenzten Fassaden reich geschmückt, so auch in Hatra durch Hochreliefs und vorgestellte Säulen mit korinthischen Kapitellen.

Schon die Forscher um 1911 stellten fest, daß sich in Hatra sowohl in der Architektur als auch in der bildenden Kunst die verschiedensten Einflüsse Mesopotamiens, der Parther, des Hellenismus und der römischen Kunst überlagerten, was insbesondere in der Plastik deutlich wurde. Allerdings waren die überaus zahlreichen Funde dieses Genres erst späteren archäologischen Forschungen vorbehalten. Die Expedition von 1907-1911 konzentrierte sich hingegen vornehmlich auf die erste umfassende Aufnahme der Ruine. Sie zeigte die Funktionalität der Stadtanlage als zentrale Rundstadt (die somit in einer aramäisch-nordmesopota-mischen Tradition steht) und klärte in bis heute mustergültiger Weise die Grundrisse der wichtigsten Bauwerke.

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