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In den späten 80er Jahren hat die Antikenverwaltung des Irak zahlreiche Bauwerke in Babylon rekonstruiert, darunter den von Koldewey als "Südburg" bezeichneten Palast.

Stadt des Marduk und Zentrum des Kosmos

Irak, 1898-1917

Nach dem Abbruch der Ausgrabungen kehrte Koldewey nach Berlin zurück. Bis 1918 hatte die DOG die Gehälter und sämtliche sonstigen Kosten der «mesopo-tamischen Expedition» (vor allem Babylon und Assur) gezahlt; mit dem Ende des Krieges war dies nicht mehr möglich. Koldewey wurde daraufhin als Kustos von den vormals Königlichen, nunmehr Staatlichen Museen angestellt und mit der Publikation seiner Funde beauftragt. 1922 wurde er in den Ruhestand versetzt, starb aber schon drei Jahre später im Alter von 70 Jahren, lange vor dem Abschluß der Grabungspublikation, den erst seine Mitarbeiter in zahlreichen Bänden der «Wissenschaftlichen Veröffentlichungen der DOG» zuwege brachten.

Koldewey, der ursprünglich ein humorvoller und lebenslustiger Mann gewesen war, wurde durch sein kompromißloses Ausgräberleben in mancher Hinsicht etwas wunderlich, und er war gewiß auch ein schwieriger Chef und Verhandlungspartner. Die Akten der DOG bezeugen manche Auseinandersetzungen zwischen ihm, leitenden Mitgliedern der DOG sowie der deutschen Botschaft in Istanbul. Dazu kam, daß er an einer immer unerträglicher werdenden Hautkrankheit litt. Seine Leistung verdient jedenfalls höchste Bewunderung.

Die englische Reisende und Archäologieliebhaberin Gertrude Bell (18681926), deren profunde Landeskenntnisse und großes Prestige bei den arabischen Stämmen des Irak die politische Gestalt des Landes nach 1917 mitformte und die sich große Verdienste um den Aufbau der irakischen Antikenverwaltung erwarb, war vor dem Krieg öfter zu Gast in Babylon. Am 3. Mai 1917, also weniger als zwei Monate nach Koldeweys hastiger Abreise, schrieb sie an ihren Vater:
«Ich würde gern dorthin (nach Babylon) zurückgehen, obwohl es meinem Herzen ein wenig wehtun wird. Sie waren alle so freundlich zu mir, die deutschen Ausgräber, und kein Krieg kann meiner Zuneigung und Wertschätzung ein Ende setzen, die ich für Koldewey empfinde.»

Gertrude Bell blieb der Babylon-Grabung auch in ihrer Eigenschaft als Direktorin des archäologischen Departments des Königreichs Irak verbunden. Sie sorgte dafür, daß das Grabungshaus Koldeweys, in dem immer noch 500 Kisten vor allem mit Bruchstücken glasierter Ziegel standen, vor Einbruch und Wetterschäden gesichert wurde, und kurz vor ihrem Tod gab sie die Genehmigung, daß die Ziegelbruchstücke und ein Teil der sonstigen Funde gemäß der im neuen Antikengesetz vorgesehenen Fundteilung nach Berlin geholt werden durften. Dort wurden in den folgenden Jahren aus den Zehntausenden von Ziegelbruchstücken die glasierten Reliefs vom Ischtar-Tor und der Prozessionsstraße zusammengesetzt. Man fügte sie in eine architektonische Rekonstruktion des Tores und der Straße ein, die 1930 zur Hundertjahrfeier der Staatlichen Museen zusammen mit dem Pergamon-Altar der Öffentlichkeit übergeben wurde und seitdem das Herzstück des Vorderasiatischen Museums auf der Berliner Museumsinsel darstellt.

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